Roland Emmerich

Ein Gespräch mit ROLAND EMMERICH über schreiende Stars am Set, Anlagetipps und seinen neuen Katstrophen-Film 2012.

Der Deutsche ROLAND EMMERICH ist einer der bekanntesten Regisseure Hollywoods. Er hat Filme wie "Independence Day" oder "The Day after tomorrow" gemacht. "Unser Mann in Hollywood" ist Schwabe durch und durch, ein echter Spar-Fuchs - und dafür lieben ihn die Bosse der Filmstudios. Roland Emmerich ist dafür bekannt, dass er günstiger als alle anderen produziert. Auch nach 20 Jahren in Los Angeles ist sein schwäbischer Dialekt nicht zu überhören. Wir treffen ihn in Berlin im feinen Hotel de Rome. Der bodenständige Schwabe ist ein angenehmer Gesprächspartner, dem der Erfolg in Hollywood nicht zu Kopf gestiegen ist. Ein Gespräch mit Roland Emmerich über schreiende Stars am Set, Anlagetipps und seinen neuen Katstrophen-Film "2012".

Sie sind bekannt dafür, große Filme mit kleinem Budget zu drehen. Doch Ihr neuer Kastrophenfilm 2012 sieht irrsinnig teuer aus.

(Lacht)...Der Film ist auch zielmich teuer. Wir haben sehr viel Geld reingesteckt, aber andere hätten noch mehr Geld ausgegeben. Heute gibt es Produktionen, die bis zu 300 Millionen US-Dollar kosten. Wir haben 200 Millionen ausgegeben. Und davon gingen fast 85 Millionen Dollar für Spezial-Effekte drauf.

Sie kommen aus dem Schwabenland. Haben Sie deshalb ein Händchen für Geld?

Mir ist immer unwohl, wenn ich Geld ausgebe. Und besonders, wenn es das Geld anderer Leute ist. Ich komme aus einem relativ vermögenden Elternhaus, aber unser Vater hat uns immer eingebleut, dass Geld etwas Wertvolles ist. Weisheiten wie "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert" haben uns begleitet.

Trotzdem haben Sie ein extravagantes Hobby, Sie sammeln Kunst. Wie teuer sind die Bilder, die Sie kaufen?

Es kommt nicht in Frage, dass ich teure Bilder kaufe. Das wäre doch dumm. Ich habe eine nette Sammlung, in der sich auch Bilder eines indischen Malers befinden. Die ersten Bilder dieses Künstlers habe ich für 2.500 US-Dollar gekauft, mittlerweile sind sie bis zu 75.000 Dollar wert.

Haben Sie vielleicht noch einen guten Anlagetipp?

In dieser Wirtschaftskrise hat jeder verloren. Ich habe Glück gehabt, weil ich nie auf gute Ratschläge höre. Alle Leute haben gesagt, dass ich auf keinen Fall Real Estate (Wohneigentum) kaufen soll. Doch ich wollte in London und anderswo auf der Welt etwas eigenes haben und so habe ich Wohneigentum gekauft. Und damit habe ich gutes Geld gemacht.

Ihr neuer Film 2012 muss ein Erfolg werden, um die Produktionskosten wieder einzuspielen. Wie halten Sie den Druck aus?

Ich bin schon sehr lange in dem Geschäft. Und ich weiß, dass das Drehbuch wirklich gut ist. Alle möglichen Leute wollten bei dem Film mitmachen. Und das ist ein Indikator dafür, das du etwas Besonderes hast.

Warum haben Sie ein besonderes Interesse daran, die Welt in Schutt und Asche zu legen?

Das hat sich so entwickelt. Dieses Image habe ich seit "Independance Day", in dem es viel Zerstörung gibt. Ich habe ein Genre geschaffen, das auch andere Leute benutzt haben. In meinen Filmen gibt es immer große Action-Sequenzen. Denn wenn du einen Film in Hollywood machen willst, musst du dafür ein Genre wählen, von dem deine Geldgeber wissen, das es erfolgreich ist.

Haben Sie sich schon als Kind für Technik und Spezialeffekte interessiert?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe viel gelesen. Meine Mutter musste mich immer auf die Straße schicken, damit ich auch mal mit Kindern spiele und frische Luft bekomme. Ich war schon immer sehr an Literatur und Kunst interessiert.

Ihr Hauptdarsteller John Cusack lobt Ihre ruhige Art am Set. Bei Ihnen soll es kein Geschreie wie bei anderen Großprojekten geben. Meditieren Sie?

Nein, das ist einfach meine Natur. Ich bin eine Frohnatur, mich bringt so schnell aus der Ruhe. Und ich bin gut vorbereit. Da ich am Drehbuch mitarbeite, überlege ich mir schon beim Schreiben, wie ich das am Set machen will und wie die Bilder aussehen sollen. Außerdem umgebe ich mich mit guten Leuten. Und ich schaue, dass kein Schreier dabei ist. Ich erkundige mich über Schauspieler, ob sie schwierig sind oder nicht. Wenn sie schwierig sind, dann arbeite ich nicht mit ihnen.

Haben Sie überlegt, 2012 in 3D zu drehen?

Ja, wir haben das überlegt. Aber ich bin nicht so von 3D überzeugt wie alle anderen. Ich habe Schwierigkeiten in die Geschichte reinzukommen, weil ich mich sehr auf die 3D Effekt konzentriere. Ob sich 3D durchsetzt, wird sich in den nächsten zwei oder drei Jahren entscheiden. "Avatar" wird eine große Rolle spielen.

Sie leben seit vielen Jahren in Los Angeles. Wann reden Sie noch Deutsch?

Wenn ich über private Dinge rede, spreche ich Deutsch. Im Job benutze ich grundsätzlich Englisch. Und ich fluche sogar in Englisch, leider. Das liegt wohl daran, dass ich seit 20 Jahre in den USA bin. Doch ich werde meine Heimatsprache wieder häufiger benutzen, weil ich demnächst in Berlin einen Film drehe. Die Dreharbeiten zu "Anonymos"beginnen im März. Es ist ein Polit-Thriller, indem es um den Dramatiker William Shakespeare geht.

Gibt es in Los Angeles mal Spätzle, wenn das Heimweh schlimm wird?

Ja. Das machen wir auch. Immer der, der aus Deutschland kommt, muss Spätzle machen.

Was war Ihr erstes Kino-Erlebnis als Kind?

Das war Winnetou. Als ich auf der Filmhochschule war, haben alle über Regisseur Wim Wenders geredet. Aber ich war damals von dem Regisseur der Winnetou-Filme, Harald Reinl, begeistert.

CHRISTIAN AUST

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