27.01.2011

Hereafter - Das Leben danach: Empfehlen wir den Film unseren Freunden?

Das ist Clint Eastwoods bislang eigenartigste Regiearbeit, die aber noch lange nachwirkt, wenn man sich dem Drama aufgeschlossen nähert. 
 

Der Tod war in Clint Eastwoods Filmen immer eine feste Größe. Jetzt spekuliert der große alte Mann des US-Kinos über das Nachher im Jenseits. Von "Eine Hand voll Dollar" bis "Gran Torino" - bisher war das mit dem Tod in Clint Eastwoods Welt immer eine übersichtliche Sache. Die Schurken trachten dem Helden nach dem Leben. Doch am Ende liegt idealerweise der Bösewicht mausetot im Staub. Niemand entgeht seiner gerechten Strafe. Oder der edle Rächer opfert sich, um unschuldige Menschenleben zu retten. Was danach passiert? Ewige Jagdgründe, oder so etwas.

Jetzt will es Eastwood genauer wissen. In "Herafter" treiben sich keine Gangster herum und der Tod kommt ganz ohne Ankündigung, aus dem Nichts. Zu diesem Zwecke verwebt Eastwood die Schicksale dreier Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist erst einmal die Pariser Star-Moderatorin Marie (Cécile de France), die im Südostasien-Uraub um ein Haar in der Flutwelle des Tsunami stirbt. Zurück in Paris hat ihr oberflächliches Leben nach dem Nahtoderlebnis seinen Sinn verloren. In London verzweifelt der zwölfjährige Markus (die Zwillinge George und Frankie McLaren spielen die Rolle abwechselnd) am Unfalltod seines zwölf Minuten älteren Zwillingsbruders. Und in San Francisco spielt Clints aktueller Lieblingsschauspieler Matt Damon einen Einzelgänger, den eine besondere Gabe plagt: Verstorbene nehmen aus dem Jenseits bei jeder Gelegenheit Kontakt zu ihm auf. Am Ende kreuzen sich die Wege der drei geschundenen Seelen in der britischen Hauptstadt. George flüchtet vor seinem Job als "Medium", um das Haus seines Idols Charles Dickens zu besuchen. Marie stellt auf einer Messe ihr Buch über den Tod vor, die Markus zufällig mit seinen neuen Pflegeeltern besucht. Mysteriöserweise taucht dann auch noch George auf, um eine Dickens-Lesung zu hören.

Jeder andere Regisseur hätte sich garantiert in diesem esoterisch durchwirkten Story-Dickicht verheddert. Doch der durch und durch nüchterne Clint Eastwood kreiert eine ganz eigenartig zwischen Dies- und Jenseits changierende, düstere Schattenwelt, deren Koordinaten aus Kummer, Einsamkeit, vielen Fragen und ein bisschen Hoffnung bestehen. Trotz tausend potentiellen Gelegenheiten wird es nie wirklich kitschig. Und allein das ist schon ein kleines Kunststück.


Daumen halb-runter Drama-Daumen halb hoch
 

Hereafter - Das Leben danach

Trailer

mehr Infos

Unterwegs

in Hollywood

Im Herzen der

Traumfabrik

Cannes 2013

Das Festival

Filmfestspiele

Cannes

Iron Man 2

Premiere

Sex and the City 2

Premiere

mamiswelt